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Claudio Albrecht - Über die Kooperation mit Bioton SA

Claudio Albrecht - Über die Kooperation mit Bioton SA

REYKJAVIK (Dow Jones)-Der isländische Generikahersteller Actavis will durch Zukäufe und Kooperationen in Polen einen großen Sprung nach vorne machen.

Sein Unternehmen stehe kurz davor, mit dem polnischen Unternehmen Bioton SA eine Kooperation zur Entwicklung und Zulassung von Insulin und Analog-Insulinen zu vereinbaren, diese sollten für Actavis "nach dem dritten JADNFCR-930-ID-800496771-ADNFCRahr bereits 300 Mio bis 400 Mio EUR an zusätzlichen Erlösen bringen", sagte CEO Claudio Albrecht im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

Der Firmenwert (Enterprise Value) von Actavis werde dadurch um rund 900 Mio EUR steigen, rechnete der ehemalige Ratiopharm-Chef weiter vor. Actavis wolle mit ihrem oralen Antidiabetes-Portfolio bevorzugter Partner für die Patienten und die Versicherer werden. Die alte Prognose eines mittelfristigen Umsatzwachstums von 10% müsste damit deutlich angehoben werden. Ganz in trockenen Tüchern sei die Insulin-Kooperation zwar noch nicht, doch beurteilt Albrecht die Chancen "äußerst positiv".

Weiterhin sieht Albrecht Actavis im Rennen um das vom polnischen Staat zum Verkauf gestellte Pharmaunternehmen Polfa Warszawa in einer aussichtsreichen Position. Durch eine Übernahme würde Actavis ihren Umsatz in Polen und Russland um 200 Mio EUR auf deutlich mehr als eine Viertelmilliarde Euro steigern, so der Manager. Insgesamt hat der Konzern 2010 einen Rekordumsatz von rund 1,8 Mrd EUR erzielt.

Actavis ist zum Wachsen gezwungen. Analysten sehen kleine und mittelgroße Generikahersteller mittel- bis langfristig als zu klein zum Überleben. "Der Generika-Markt ist ein Skalengeschäft, in dem man auf ein ausreichendes Produktionsvolumen kommen muss", sagte ein Analyst. Der Actavis-CEO räumte ein, dass sein Unternehmen wachsen muss, um langfristig weiterhin eine große Rolle spielen zu können. Als Ziel habe er sich gesetzt, Actavis innerhalb der kommenden drei Jahre auf Kurs zu bringen und das Unternehmen zu einem "begehrenswerten Kandidaten" zu machen, um einen Wettbewerber zu übernehmen, zu verschmelzen oder an die Börse zu gehen.

Dieser Plan dürfte auch der Deutschen Bank gefallen, ohne deren Rückendeckung Actavis seine Wachstumspläne wohl nicht verfolgen könnte. Das Frankfurter Institut hat einst den Löwenanteil der Kreditfinanzierung gestellt, als vor mehr als drei Jahren der isländische Milliardär Thor Bjorgolfsson die bis dato börsennotierte Actavis für 3,62 Mrd EUR privatisierte. Das Unternehmen musste anschließend diese Schulden schultern. Mittlerweile haben die Beteiligten zwar eine Refinanzierungsvereinbarung geschlossen, durch die die Schuldenlast von Actavis deutlich gesunken ist. Dennoch dürfte die Deutsche Bank weiterhin Milliarden im Feuer haben.

Wachstumsmarkt Biosimilars: Roche-Mittel Rituxan im Visier

Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung der ehrgeizigen Ziele soll der Einstieg in das Segment der Biosimilars sein, das sind biotechnologisch erzeugte Nachahmer-Arzneistoffe. Der Bereich gilt als Wachstumsmarkt. Laut Brancheninformationsdienst Datamonitor beträgt das weltweite Umsatzpotenzial 2014 mehr als 2 Mrd USD. 2020 dürfte das Umsatzvolumen nach Schätzungen der Novartis-Generika-Tochter Sandoz dann schon bei deutlich über 20 Mrd USD liegen.

Actavis befinde sich hier in Gesprächen mit Partnern zur Entwicklung biopharmazeutischer Nachahmerprodukte wie etwa zum Roche-Präparat Rituxan/Mabthera oder zu Herceptin. Der schweizerische Pharmakonzern erzielte mit dem Rheuma- und Krebsmedikament 2009 einen Jahresumsatz von mehr als 5 Mrd USD. Auch die Novartis-Tochter Sandoz will eine biopharmazeutische Nachahmerversion von Rituxan auf den Markt bringen und ist damit in der Phase II der klinischen Tests.

Allerdings ist die Entwicklung von Biosimilars laut einem Analysten mit hohen Risiken verbunden, da der Zulassungsprozess schwieriger und die Forschungs- und Entwicklungskosten höher als bei herkömmlichen Generika sind. Actavis-CEO Albrecht bestätigt das Kostenargument: Um ein Biosimilarprodukt "bis zur Marktreife zu bringen, fallen Kosten zwischen 70 Mio und 100 Mio EUR an. Für ein Generikum sind es 1,5 Mio EUR", rechnet er vor. Kein Biosimilar sei allerdings auch keine Alternative: Dann gebe es wesentlich weniger Wachstumspotenzial, auch werde der Druck durch Hersteller aus den Schwellenländern steigen.

Dennoch bleibt auch Actavis im klassischen Generikageschäft weiter vertreten, da weitere Patente von sich gut verkaufenden Medikamenten auslaufen. In den kommenden zwei bis drei Jahren laufen die "die Top drei bis vier chemischen Produkte aus", so Albrecht. Actavis wird bzw ist bereits mit generischen Versionen zu Lipitor, Quetiapin, und Astra Zenecas S-Omeprazol am Markt.

Um den wachsenden Absatz gerecht zu werden, hat Actavis eine neue Produktionsstätte im isländischen Reykjavik eröffnet. Die vollständig mit Geothermie betriebene Fabrik hat eine jährliche Produktionskapazität von 1,5 Millionen Tabletten, die im Wesentlichen für den europäischen Markt bestimmt sind.

 

Alle Angaben aus dieser Pressemitteilung, die sich auf geschätzte oder vorweggenommene Ergebnisse der Actavis oder deren zukünftige Aktivitäten beziehen, sind zukunftsorientierte Angaben, die die derzeitige Einschätzung des Unternehmens hinsichtlich bestehender Trends, Informationen und Pläne wiedergeben. Diese zukunftsorientierten Aussagen unterliegen einer Reihe von Risiken und Unwägbarkeiten, die zu erheblich abweichenden Ergebnissen führen könnten, abhängig von Faktoren wie der Verfügbarkeit von Ressourcen, dem Timing und der Auswirkung von behördlichen Maßnahmen, dem Erfolg neuer Produkte, der Stärke des Wettbewerbs, dem Erfolg von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, unvorhersehbaren Vertragsverletzungen oder -beendigungen, dem Risiko von Produkthaftungsklagen und anderen Prozessen, den Folgen von Währungsschwankungen und anderen Faktoren.

 

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